Geschichte

 

 JahrEreignis

ca. 4000 v. Chr.

Archäologische Ausgrabungen weisen auf eine Erstbesiedlung der Insel um das Jahr 4000 v. Chr. hin.

ca. 1600-1400 v. Chr.

Rhodos steht in engem Kontakt mit Kreta und der Peloponnes und unterhält florierende Handelsbeziehungen mit den dortigen Stadtstaaten.

ca. 1100 v. Chr.

Gründung der ersten drei rhodischen Stadtstaaten Kamiros, Lindos und Ialyssos durch Einwanderer vom griechischen Festland.

490 v. Chr.

Rhodos gerät unter persische Oberherrschaft.

477 v. Chr.

Rhodos schließt sich im Widerstand gegen die Perser dem Delisch-Attischen Seebund an, der unter der Vorherrschaft Athens steht.

464 v. Chr.

Diagoras von Rhodos gewinnt die Olympischen Spiele und wird damit nicht nur zum Gesamtsieger der Panhellenischen Spiele gekürt, sondern besiegelt auch seinen künftigen Ruhm als einer der legendärsten Athleten der Antike.

422 v. Chr.

Rhodos wechselt erneut die Fronten und tritt aus dem Delisch-Attischen Seebund aus, um sich stattdessen den Spartanern im Peloponnesischen Krieg anzuschließen. Sparta gewinnt den Krieg, wodurch eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit für Rhodos anbricht.

408 v. Chr.

Die drei Stadtstaaten von Rhodos vereinigen sich zu einem geschlossenen Inselstaat und gründen Rhodos Stadt als neue Hauptstadt.

4. Jh. v. Chr.

Rhodos erweist sich als opportunistischer Bündnispartner und schließt sich bei den anhaltenden Kampfhandlungen in der Region abwechselnd Athen, Sparta und Persien an.

305 v. Chr.

Der makedonische Feldherr Demetrios Poliorketes, der zu diesem Zeitpunkt bereits den Beinamen „Städtebelagerer“ trug und einer der Nachfolger Alexanders des Großen war, belagert Rhodos erfolglos für rund ein Jahr. Als Zeichen des Dankes für den erfolgreichen Widerstand geben die Inselbewohner den Bau des Kolosses von Rhodos in Auftrag, der dem Sonnengott Helios nachempfunden und nachfolgend zu einem der Sieben Weltwunder ernannt wurde.

227 v. Chr.

Der Koloss von Rhodos fällt, wie auch ein Großteil der Gebäude von Rhodos Stadt, einem verheerenden Erdbeben zum Opfer. Das Orakel von Delphi rät den Einwohnern der Insel davon ab, das Monument wieder aufzubauen – es verfällt und verschwindet im Laufe der Jahrhunderte schließlich ganz von der Erdoberfläche.

164 v. Chr.

Rhodos fällt unter römische Oberherrschaft und verliert somit seine staatliche Unabhängigkeit.

44 v. Chr.

Nach der Ermordung Julius Caesars, auf dessen Seite Rhodos sich gestellt hatte, wird die Insel von Gaius Cassius geplündert. Zahlreiche rhodische Kunstschätze fallen den Flammen zum Opfer.

1.-2. Jh. n. Chr.

Das Christentum fängt nach einem Besuch des Apostels Paulus an, sich auf Rhodos zu verbreiten.

155 n. Chr.

Ein schweres Erdbeben zerstört Rhodos Stadt.

269 n. Chr.

Die Goten ziehen nicht nur plündernd über das griechische Festland, sondern erreichen auch Rhodos und die anderen umliegenden Inseln. Obwohl erneut zahlreiche Kunstschätze vernichtet werden, erfreut sich die rhetorische Schule der Region weiterhin eines exzellenten Rufes im Mittelmeerraum.

395 n. Chr.

Das Römische Reich wird in ein West- und ein Ostreich geteilt. Rhodos fällt an Byzanz und zählt fortan zur Provinz der Dodekanes.

4.-5. Jh.

Wiederholte Erdbeben lähmen den Städteaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung von Rhodos.

7. Jh.

Rhodos wird bei der Eroberung durch die Sarazenen erneut das Opfer von Plünderungen. In den nachfolgenden Jahrhunderten fällt die Insel wiederholt unter arabische Besatzung.

1097

Die christlichen Kreuzzüge beginnen und läuten ein weiteres, entscheidendes Kapitel in der Geschichte der Insel Rhodos ein. Zu den Kreuzfahrern, die eine Zwischenlandung auf Rhodos einlegen, gehörte auch der legendäre Richard Löwenherz.

1309

Nachdem Rhodos die Kreuzfahrer mit Schiffen und Söldnern ausgestattet und sie auf diese Weise in ihrer Misson unterstützt hat, wird die Insel an den Ritterorden der Johanniter übergeben, der ursprünglich aus Jerusalem stammte. Es folgten der intensive Wiederaufbau der Wehranlagen der Insel und eine neue Periode des wirtschaftlichen Wohlstandes, während sich der Johanniterorden auf Rhodos sesshaft machte.

1522-23

Nach rund 210 Jahren der politischen Stabilität wird Rhodos von Suleiman dem Prächtigen erobert und gehört fortan zum Osmanischen Reich. Die Insel bewahrt sich ihre zentrale Stellung als Handelsstützpunkt im Mittelmeer, wird von den Osmanen aber in vielen anderen Bereichen des alltäglichen Lebens grundsätzlich umstrukturiert – unter anderem beim Umbau vieler Kirchen zu Moscheen.

16.-19. Jh.

Die Einwohner von Rhodos bemühen sich, trotz der Besatzung durch die Osmanen ihre Sprache und Kultur zu wahren. Vereinzelte Aufstände und Versuche der Befreiung schlagen fehl. Auch bei der Gründung eines selbstständigen griechischen Staates im Jahr 1832, bei dem bereits erste osmanisch besetzte Territorien zurückerobert werden, bleibt Rhodos nach wie vor isoliert.

1912

Im Zuge des Italienisch-Türkischen Krieges erobert Italien die Insel Rhodos und den Rest der Dodekanes. Die Einwohner der Insel heißen die Eroberer zunächst Willkommen, müssen aber bald feststellen, dass dieser Sieg nur eine weitere Epoche der Fremdbestimmung einläutet.

1912-1943

Während der Zeit der italienischen Besatzung florieren vor allem das Bauwesen und die Infrastruktur. Zahlreiche historische Monumente und Sehenswürdigkeiten werden mit dem Ziel, Rhodos zur italienischen Ferieninsel zu machen, umfassend renoviert und restauriert. Gleichzeitig erstarkt der Faschismus in Italien und es kommt schließlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa.

1943-45

Nachdem Italien sein Bündnis mit dem Deutschen Reich bricht und sich auf Seite der Alliierten stellt, rücken deutsche Truppen auf italienisches Staatsgebiet vor und erobern im Zuge dessen auch Rhodos. Bis zum Ende des Krieges werden über 1500 Juden aus Rhodos in Konzentrationslager deportiert.

1947

Rhodos wird offiziell ein Bestandteil des Königreichs Griechenland, nachdem es die ersten zwei Jahre nach Kriegsende zunächst noch unter britischer Militärverwaltung verblieb.

1967-74

In Griechenland wird eine Militärdiktatur, das sogenannte „Regime der Obristen“, eingerichtet. Die verheerenden Folgen für die persönliche sowie die Pressefreiheit im Land machen sich auch auf Rhodos bemerkbar. Ein Studentenaufstand in Athen läutet schließlich das Ende der Diktatur ein, welches bei einer Volksabstimmung im Jahr 1974 mit einem klaren Votum für die Gründung einer Republik besiegelt wird.

1988

Die Altstadt von Rhodos Stadt wird zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Rhodos entwickelt sich zunehmend zu einem der führenden Tourismusorte Griechenlands. Im selben Jahr findet auch ein Gipfeltreffen der Europäischen Gemeinschaft auf Rhodos statt.

2001

Griechenland führt den Euro als offizielle Währung ein.

2003

Rhodos wird erneut Austragungsort eines Gipfeltreffens, dieses Mal der EU-Verteidigungsminister.

2010

Beginn der griechischen Finanzkrise. Auch auf Rhodos kommt es zu Protesten und Aufständen in Reaktion auf den strengen Sparkurs der griechischen Regierung.